Matthias-Lieder

3. Mai 2008 Thomas Wystrach Texte

Auf der Wallfahrt nach Trier spielen Lieder eine große Rolle: auf dem Weg, bei den Gebetszeiten und nicht zuletzt im festlichen Pilgergottesdienst in Trier, den die Anrather Pilger schon mehrfach musikalisch mitgestaltet haben.

Der Klassiker: Zu der Apostel Zahl

Matthiaslied[1.] Zu der Apostel Zahl gesellt durch heil’ge Wahl Matthias, Gotteszeuge.
Jetzt an des Höchsten Thron, hilfreicher Schutzpatron, zu uns dich niederbeuge.
Das ganze Land hebt Herz und Hand empor zu dir vertrauend.

(2.) Der Herr, zu dessen Ruhm du littst das Martertum, versagt dir keine Bitte;
dein heil’ger Leib nun ruht als unschätzbares Gut verehrt in unsrer Mitte.
Dies teure Pfand schütz Leut‘ und Land, den Hirten und die Herde!

(3.) O Stern, der neuen Glanz gießt auf der Jünger Kranz, die treu zu Jesus stehen.
O Kirchensäule hehr, fest wie der Fels im Meer, wie auch die Stürme wehen.
Die Kirche stütz, den Glauben schütz, gib Trost und Mut den Schwachen!

(4.) Erfleh‘ von Jesus Christ, was uns zum Heile ist im Leben und im Sterben,
dass unserm Gott allein, wir Leib und Seele weih’n, den Himmel uns erwerben!
O bleib uns hold! Des Dankes Sold dir zollen alle Herzen.

[2.] Der Herr, dem du gedient, der unsre Schuld gesühnt, für uns sich hingegeben,
er hat dich ausgesandt, zu künden allem Land: »Ihr seid befreit zum Leben!«
Trag Gottes Wort an jeden Ort, dass Frieden werd‘ auf Erden.

[3.] Gott schuf durch seine Wahl nach der zwölf Stämme Zahl den Kreis der Zwölf aufs Neue.
Was Menschenschuld zerbrach, er trägt es uns nicht nach, bewahrt uns stets die Treue.
Wir sind in Schuld; bitt‘ Gott um Huld, dass eins sei Christi Herde!

[4.] Nun bist du, Christi Freund, auf ewig ihm vereint, dem du gefolgt im Leide.
Wenn er am Ziel der Zeit erscheint in Herrlichkeit und alles ruft zur Freude:
dann tritt hervor, mach weit das Tor, dass Gottes Reich wir erben.

Text: vermutlich Johann Baptist Berger

Im Pilgerbrief 1/2014 schreibt Br. Athanasius dazu:

»Einige Bruderschaften haben ein eigenes Matthiaslied, das durch eine lange Tradition einen festen Platz im Brauchtum der Bruderschaft hat. Das kann so bleiben. Aber das Matthiaslied der Erzbruderschaft, das im Pilgergebetbuch abgedruckt ist, hat in den Strophen 2 und 3 einen Text, der mit den Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils schwer vereinbar ist. Aus diesem Grund wurden drei neue Strophen verfasst, die unserer heutigen Verehrung des Apostels entsprechen. Weil aber viele ältere Pilger an die alten Texte gewöhnt waren, hatte man die alten Strophen weiterhin mit abgedruckt. Es ist nun an der Zeit, die neuen Strophen endgültig einzuführen. Wir bitten daher die Bruderschaften, in den eigenen Pilgerheften, die jedes Jahr für die Wallfahrt erstellt werden, nur noch die neuen Strophen abzudrucken. Vielleicht ist es möglich, dass mehr und mehr Pilgerinnen und Pilger die neuen Strophen auswendig können. (…) Der hl. Benedikt sagte, dass Herz und Mund in Einklang sein sollen, wenn wir singen. Das möge auch bei diesen Worten geschehen.«

Dürener Matthias-Lied (2004): Sankt Matthias wir verehren

  1. Sankt Matthias wir verehren, / der gewählt ist in die Schar /
    der Apostel, die uns lehren, / dass er stets ein Jünger war. /
    Froh und dankbar lasst uns singen. / Unser Lob soll oft erklingen, /
    weil der Herr ihn hat erwählt; / weil der Herr ihn hat erwählt.
  2. Sankt Matthias wir vertrauen, / wenn im Leben Leid uns quält, /
    und in Not auf ihn wir schauen, / der zu den Aposteln zählt. /
    Zuversichtlich lasst uns flehen, / dass wir hilfsbereit ihn sehen, /
    der von Jesus ist erwählt; / der von Jesus ist erwählt.
  3. Zum Matthiasgrabe lenken / wir die Schritte Jahr um Jahr. /
    Gottes Wort wir neu bedenken, / dessen Macht wird offenbar. /
    Sankt Matthias lasst uns ehren. / Er kann Hilfe uns gewähren /
    unser ganzes Leben lang; / unser ganzes Leben lang.
  4. Unterwegs wir es erleben, / dass die Wallfahrt gut gelingt, /
    wenn wir uns die Mühe geben, / die das Pilgern mit sich bringt. /
    Gottes Namen lasst uns nennen / und den Glauben stets bekennen, /
    den Gott noch vermehren kann; / den Gott noch vermehren kann.
  5. Schwer fällt manche Pilgerreise, / bis man endlich ist am Ziel. /
    Sie schenkt dann auf ihre Weise / ein ganz neues Glücksgefühl. /
    Ohne Ende lasst uns hoffen, / auch wenn Leid uns hat getroffen. /
    Jesus unsre Hoffnung stärkt; / Jesus unsre Hoffnung stärkt.
  6. Die Verehrung kommt von Herzen, / die dem Jünger Jesu gilt. /
    Oft erstrahlen hell die Kerzen / beim Gebet vor seinem Bild. /
    Immerzu lasst uns verkünden:/ Liebe kann der Herr entzünden. /
    Ihre Kraft den Menschen hilft; / ihre Kraft den Menschen hilft.

Text: Rudolf A. H. Wyrsch, Westerstede 2004 
Melodie: »Alles meinem Gott zu Ehren«
(Bamberg 1732 / bei Melchior Ludolf Herold 1808)

Anrather Pilgerhymne (2007): Wenn nicht jetzt, wann dann?

[1.] Schöne Frauen, starke Männer, das ist der Trend der Zeit.
Pilgern ist der Sport für Kenner, jederzeit sind wir bereit.
Wunderbar – jedes Jahr: Christi Himmelfahrt geht’s los.
»Kreuz voran« – jeder kann mit uns geh’n, ob klein ob groß.

Dann wird es allen klar: So werden Wunder wahr.
Komm wir gehen zum Apostelgrab!

Refrain
Wenn nicht jetzt, wann dann?
Wenn nicht hier, sag mir wo und wann
Wenn nicht wir, wer sonst?
Es wird Zeit: Komm wir nehmen uns alle an der Hand.

[2.] Über hundert Kilometer, Matthias gibt uns Kraft.
Da geht keine ganz alleine, zusammen haben wir’s geschafft.
Wir woll’n viel, hab’n ein Ziel, und der Weg dahin ist schwer.
Viele Jahre geh’n wir schon, und jedesmal werden wir mehr!

Dann wird es allen klar: So werden Wunder wahr.
Komm wir gehen zum Apostelgrab!

Refrain
Wenn nicht jetzt, wann dann …

Subtext: Thomas Wystrach (2007)
Originaltext und Musik: Die Höhner
(uraufgeführt im Pilger-Hochamt in Trier am 20. Mai 2007)

DJ Tom: Trier-Song 2008
Ein Weg (der durch das Leben trägt)

Refrain:
Einen Weg, der durch die Eifel führt,
unsere Sehnsucht spürt,
den geh’n wir jedes Jahr.
Einen Weg, der durch das Leben trägt,
neue Hoffnung in uns legt,
verbindet Menschen fern und nah.

[1.] Seit Jahren schon geh’n wir nach Trier
und wir danken Gott dafür,
dass er uns hält in seiner Hand.
Neue Kraft und Mut für unser Leben
kann uns diese Wallfahrt geben,
ein Geschenk für alle Ewigkeit!

Refrain:
Einen Weg, der durch die Eifel führt …

[2.] Irgendwann, da packt es jeden,
mal durch Bilder, mal durch Reden,
doch den Weg, den können wir nur zusammen geh’n.
Und auch noch in vielen Jahren
wird er neue Pilger tragen,
und immer wird der Weg ein Erlebnis sein.

Refrain:
Einen Weg, der durch die Eifel führt …

Subtext: Thomas Wystrach (2008)
Originaltext und Musik: Nik Presnik (Ein Stern der deinen Namen trägt)

Wir pilgern nach Trier (2018)

Refrain:
Wir pilgern nach Trier, wir pilgern nach Trier,
Sonne scheint, Regen rinnt, ganz egal, wir alle sind,
so froh, wenn wir uns wiederseh’n, wir pilgern nach Trier.

[1.] Jedes Jahr an Himmelfahrt, da stehn wir alle schon parat.
Die Wanderschuhe fest geschnürt, dann gehen wir los.
Durch Eifeldörfer, Wald und Feld, wir pilgern, weil uns das gefällt,
egal ob jung, egal ob alt, ob klein oder groß.

Refrain:
Wir pilgern nach Trier …

[2.] Die Pilger ziehen, »Kreuz voran!«, der Weg ist weit, die Strecke lang,
der Rucksack drückt, der Durst ist groß, die Füße tun weh.
Ein frohes Lied, ein gutes Wort, die Pause kommt im nächsten Ort,
wir ruhen aus und schöpfen Kraft, um weiter zu geh’n.

Refrain:
Wir pilgern nach Trier …

Subtext: Thomas Wystrach (2018)
Originaltext (»Waterloo Road«): Michael Anthony Deighan
franz. Text (»Les Champs-Élysées«): Pierre Delanoë
Musik: Michael Wilshaw
(uraufgeführt im Pilger-Hochamt in Trier am 13. Mai 2018)

Lied der St. Matthias-Bruderschaft Neuwerk (1994):
Ihr meine Freunde

Ihr meine Freunde, unser Leben!
Den anderen umarmen ist doch nicht zu viel.
Ihr meine Freunde, gemeinsames Leben,
gemeinsame Wege, das ist unser Ziel.

Es ist die Anstrengung, sagt der Verstand.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.
Es kann gar nicht sein, sagt die Hoffnungslosigkeit.
Es ist nicht vorhanden, sagt die Verbitterung.
Es darf nicht sein, sagt die Angst vor mir selbst.
Es hat doch keinen Zweck, sagt die Verzweiflung.
Es ist nicht auszuhalten, sagen die Schmerzen.
Es ist bei allen so, sagt die Genugtuung.
Es läßt mich erstarken, sagt die Hoffnung.
Es ist das Vertrauen auf die Kraft, sagt der Mut.
Es verbindet uns Menschen für immer sagt die Freundschaft.
Es war wie es war, es bleibt wie es bleibt und es ist wie es ist, sagt die Liebe; das tut gut.

Ihr meine Freunde, unser Leben!
Licht und Schatten gemeinsam durchstehen.
Ihr meine Freunde, unser Leben!
Grenzenlose Freude auf ein Wiedersehen.

Text: Bernhard Schürkens (1994; nach einem Motiv von Angelika Kanters)
Musik: Bernhard Schürkens


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