Über alles kann man reden, meint der Erfurter Bischof Joachim Wanke, nur über Geld und Religion nicht. Nun: zunächst ist unser Verhalten die erste Botschaft, die wir aussenden. Die junge christliche Kirche fiel im antiken Römischen Reich dadurch auf, dass ihre Mitglieder sich sozial verhielten. Sie kümmerten sich um alle, die ihre Hilfe brauchten. Sie lebten die Gesinnung Jesu. Ihr gutes soziales Verhalten war die Botschaft, die alle Zeitgenossen verstehen konnten. Das gab ihnen zu denken und sie begannen sich zu fragen, was diese Christen wohl motivieren könnte.
Im 1. Petrus-Brief (3,14-16) heißt es: "Haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen."
Von dem sprechen, was einem wichtig ist, damit fängt die Verkündigung des Wortes Gottes an. Auch Pilger werden gefragt, was sie motiviert. Die Erlebnisse und Erfahrungen konkreter Menschen sind es, die andere hellhörig machen. Die Wallfahrt ist auch Zeit für Austausch und Vergewisserung dessen, was uns gemeinsam wichtig ist. Wir sind unseren Zeitgenossen die Bereitschaft schuldig, unsere Hoffnung in Worte zu fassen.
Viele Christen fühlen sich von der Erwartung, sie sollten von ihrem Glauben sprechen, schlicht überfordert. Sie fühlen sich nicht "beschlagen" genug, um anderen Auskunft zu geben. Wer plötzlich von der "Gretchenfrage" überrascht wird, befindet sich meist in einer unangenehmen Situation. Der Kloß im Hals verhindert ein entspanntes Gespräch.
Die derzeitige gesellschaftliche Situation erfordert aber Christen, die auskunftswillig und auskunftsfähig sind. Wie kann man dem gerecht werden? Wie haben Christen vor uns über ihre Hoffnung gesprochen? Wie ist das Verhältnis von persönlichem Glauben und Glaubenswissen? Was ist heute zu bedenken? Was könnte Mut machen?
Mit lieben Grüßen aus St. Matthias
auch im Namen von Abt Ignatius und allen Brüdern
Euer Br. Hubert
SMB: Pilgerbrief 2/2007 (PDF)
Wikipedia: 1. Brief des Petrus
Jörg Sieger: Der erste Petrusbrief
Deutsche Bibelgesellschaft: Der 1. Petrusbrief
Christen in München: Arbeitsblätter zum 1. Petrusbrief
Jörg Sieger: Predigt über 1 Petr 3,15-18
Jürgen Kuhlmann: Wie läßt sich unsere Hoffnung rechtfertigen?
Bischof Joachim Vobbe: Predigt über 1 Petr 3,15
Reinhard Feldmeier: Der erste Brief des Petrus (2005)
Norbert Brox: Der erste Petrusbrief (1993)
Rudolf Pesch: Die Echtheit eures Glaubens (1982)
Zweites Vatikanisches Konzil: Gaudium et spes (1965)
Würzburger Synode: Unsere Hoffnung (1974)
Reinhard Körner: Hoffnung, die mich erfüllt (2000)
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