Auf viele Christen wirkt das Alte Testament wie ein uraltes Buch, das mit einer gewissen Ehrfurcht in Ehren gehalten werden muss. Ehrfurcht darf aber nicht zur Berührungsangst führen. Die aber gibt es bei vielen Christen in Bezug auf das Alte Testament. Auch wenn immer wieder erzählt wird, man würde als einziges Buch die Bibel mit auf eine einsame Insel nehmen, heißt das nicht, dass es eine lebendige Beziehung zu diesem Buch gäbe. Im kommenden Jahr soll uns das Alte Testament beschäftigen. Es ist das Fundament unseres Glaubens an den Einen und Wahren Gott, an den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Leider haben viele Christen nie einen angemessenen Zugang zu diesem Buch finden können.
In langen Jahrhunderten hat sich der Glaube des Volkes Israel entwickelt und in den mehr als 40 Schriften des Alten Testamentes niedergeschlagen. Bei aller Vielfalt gibt es in diesen Texten doch deutliche Linien, die den Kern des Glaubens in Worte fassen. Eine immer wiederkehrende Glaubensüberzeugung wird in unserem neuen Jahreswort für die Wallfahrt 2006 aufgegriffen: "Ich bin der Herr, dein Erlöser, der dich auf deinen Weg führt" (vgl. Jes 48,17). Der Text lautet wörtlich: "So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was Nutzen bringt, und der dich auf den Weg führt, den du gehen sollst".
In einer kulturellen und religiösen Umgebung, die von der Verehrung vieler Gottheiten geprägt war, hat sich im Volk Israel der Glaube an einen einzigen Gott gegen alle Widerstände behauptet. Die Bibel erzählt unaufhörlich von diesem Gott, der sich zu Wort meldet, der sich in das Leben der Menschen einmischt und Gehör erwartet. Immer wieder spricht er ganz unterschiedliche Menschen an und will, dass sie sein Wort weitersagen. In der Geschichte von Abraham zeigt dieser Gott, dass er den Weg des Menschen führt und begleitet. Bis auf den heutigen Tag sind diese Geschichten anregend für all jene, die ihr Leben als einen inneren und äußeren Weg sehen und verstehen wollen. (Br. Hubert)
Pilgerbrief 1/2006 (PDF)
Literaturhinweise
und Büchertipps
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Peter Höffken:
Jesaja. Der Stand der theologischen Diskussion.
219 Seiten, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004
Heinz Schumacher:
Kommentar zu Jesaja 40-66.
168 Seiten, Paulus-Verlag, Heilbronn 2005
Norbert Clemens Baumgart,
Gerhard Ringshausen (Hrsg.):
Das Echo des Propheten Jesaja. Beiträge zu seiner vielfältigen Rezeption.
128 Seiten, LIT-Verlag, Münster 2004
Gabriele Miller:
Rosen in der Wüste. Ein Mosaik zu Jesaja 40-55.
295 Seiten, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer 2000
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